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Milzbrand = zoonotische akute Infektion durch Bacillus anthracis. Hauptsächlich Wiederkäuer (Rinder, Schafe, Pferde); Mensch infiziert sich nach Kontakt. Meist Hautmilzbrand, dann Lungen-/Darmmilzbrand. Kann sekundär zu Anthrax-Bakteriämie und -Meningitis führen; hohe Letalität. Durch Hygiene/Bekämpfung sind natürliche Fälle selten, aber Biowaffen-/Biocrime-Fälle (USA 2001: 23 Erkrankungen, 5 Tote – alle Inhalations-Anthrax) treten auf. Schädigung: hämorrhagische Infiltration/Nekrose/schweres Ödem mit systemischer Toxikose.
Bläschen; Blutungsneigung; Pleuraerguss; Dyspnoe; Sepsis; Krämpfe; Toxikose; Schorf; Juckreiz
Ätiologie: inhalative Form initial wie banale Erkältung/Grippe für einige Tage, dann schwere/tödliche Ateminsuffizienz; ohne sofortige Behandlung nach Kontakt nahezu 100% Letalität; letale Dosis 10.000–20.000 Sporen. Historisch: v. a. Arbeiter in Weidewirtschaft/Leder-Textil-Herstellung, die viel Viehexkremente/Boden ausgesetzt waren – auch Wollhaarkrankheit, Lumpensammler-Krankheit. Andere Expositionsquellen: Horn/Haut-Fell-Verarbeitung. Hautmilzbrand: Inkubation 1–2 Wochen; initial juckende Hautläsion/schwarzes Bläschen wie schwarzer Schimmelpilz auf altem Brot; dann schmerzloses großes nekrotisches Ulkus (anders als Prellungen); unbehandelt 20% Letalität (mit Therapie fast 0). Gastrointestinaler Milzbrand: Hämatemesis, schwere Diarrhö, akute Enteritis, Appetitlosigkeit; unbehandelt 100% Letalität. Pathogenese: bei Resistenzminderung (Mangelernährung, chronische Krankheit) keimen Sporen in Hautwunden/Atemwegen/Gastrointestinaltrakt, vermehren sich und bilden Toxine. Bei Gesunden und niedriger Sporen-Dosis/Virulenz: asymptomatische/latente Infektion. Ohne Kapsel-Schutz werden Erreger phagozytiert; bei Überleben in Makrophagen werden diese zu lokalen Knoten transportiert, dann in die Blutbahn mit Sepsis. Zwei Toxin-Proteine steigern die Wirts-Empfindlichkeit, hemmen neutrophile Granulozyten und die Wirts-Abwehr. Extrazelluläre Toxine + Kapsel-Polypeptide wirken synergetisch; Toxine schädigen direkt Mikrogefäß-Endothel mit erhöhter Gefäßpermeabilität, vermindertem Blutvolumen, reduzierter Mikroperfusion, Hyperkoagulabilität, DIC und septischem Schock; Erreger selbst verstopfen Kapillaren mit Gewebe-Hypoxie und Mikrothromben. Pathologisch: alle Organe hämorrhagisch infiltriert/nekrotisch/ödematös. Haut: karbunkelartig, Umgebungs-Nekrose, subkutanes hämorrhagisches Entzündungsödem. Lunge: unterschiedlich ausgeprägtes Ödem/Blutung, intrakapilläre Thromben; Mediastinum akut entzündlich, hochgradig gallertartig-ödematös/blutend; Bronchus-/Mediastinal-Lymphknoten geschwollen/hyperämisch/blutend; viele Erreger. Darm: v. a. Ileozökal-region mit karbunkelösen Herden/hämorrhagischer Infiltration. Meningen: stark hyperämisch/ödematös; Subarachnoidalraum mit Entzündungszellen und massenhaft Erregern.
Medikamentöse Therapie, supportive Therapie
Gesundheitsaufklärung. (1) Quellenkontrolle: Verdachtsfälle isolieren, v. a. Lungenmilzbrand sofort melden; Sekret/Exkremente/Verbände/Reste von Lebensmitteln/Krankenhausabfall verbrennen; Leichen einäschern; Tierkörper verbrennen; Tiere aus Endemiegebieten 5 Tage quarantänisieren; veterinärmedizinische Kontrolle bei Aufnahme/Transport/Schlachtung/Verarbeitung. (2) Übertragung unterbrechen: kontaminierte Felle desinfizieren (Jod, Bleichpulver, Chloramin, Ethylenoxid, Peressigsäure); Abwasser desinfizieren; Abfall zentral sammeln; kontaminierte Plätze dekontaminieren; Fabriken außerhalb von Ortschaften in Windrichtung, fern von Wasserquellen und Menschenansammlungen; Schlachtstätten unter Veterinär-Aufsicht. (3) Geschützte: Tier-/Fell-Arbeiter und veterinärmedizinisches Personal mit Schutzkleidung, Kappe, Maske; kein Rauchen/Essen bei der Arbeit; Händewaschen/Umziehen nach Schicht; Hautwunden sofort mit 2% Jodtinktur behandeln; enge Kontaktpersonen (v. a. Lungenmilzbrand) und Träger: Antibiotika-Prophylaxe. (4) Impfung: in China humaner kutaner Anthrax-Lebendimpfstoff per Skarifikation; Immunität ab 2 Tagen, Dauer 1 Jahr; bei Seuchenfall Notimpfung; A16R-Stamm-Aerosol-Impfung ist sicher/wirksam (100 Mio Erreger/Inhalation, Serokonversion > 80%). Die beste Prophylaxe bleibt die Tierimpfung in Endemiegebieten.
Es wird empfohlen, die Abteilung für Infektionskrankheiten aufzusuchen; vor dem Besuch kann auf dieser Plattform ein Termin vereinbart werden.
Hinweis: Die obigen Informationen dienen nur der Gesundheitsaufklärung und können eine professionelle medizinische Diagnose nicht ersetzen. Bei entsprechenden Symptomen suchen Sie bitte umgehend eine reguläre Klinik auf.
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