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Die Hirn-Zystizerkose wird durch Finnen (Larven von Taenia solium) im ZNS verursacht; häufigste parasitäre ZNS-Erkrankung in China. Klinisch vielgestaltig, oft mit schweren Läsionen, lebens-bedrohlich. Zystizerken im Ventrikel-System verschieden groß, am 4. Ventrikel am häufigsten; einzeln oder multipel, frei im Ventrikel oder an der Wand klebend. Solche Finnen bilden oft Ventile oder verkleben/verdicken die Meningen und blockieren die Foramina – obstruktiver Hydrozephalus, Ventrikel-Erweiterung, spät Hirn-Atrophie, intrakranielle Hochdruck, Hirn-Hernie.
Demenz; Unruhe; Meningismus; intrakranielle Druck-Erhöhung; Übelkeit; Antrieb-Verlangsamung
Zystizerkose = Zoonose. Mensch infiziert sich durch rohes/un-gekochtes Zystizerken-Schweinefleisch. Im Magen löst sich die Zystizerken-Hülle schnell auf; im Dünndarm stülpen Magen-Saft/Galle den Scolex aus; der heftet sich mit Saugnäpfen/Krallen an der Darm-Wand 40–50 cm distal von Duodenum/Jejunum an; der Scolex steckt tief in der Mukosa. Der Wurm ernährt sich von verdauten Nahrungs-Resten; der Hals-Bereich bildet ständig Proglottiden, die den Strobila bilden. Befruchtete Eier in Gravid-Gliedern fallen ab, werden mit den Fäzes ausgeschieden. Reifung zur adulten Taenia solium dauert 8–12 Wochen. Adultwurm 2–4 m lang, 1.000 Proglottiden. Meist 1 Wurm, gelegentlich 2–7+; im Menschen >25 Jahre überlebensfähig. Der Mensch ist der End-Wirt, das Schwein der Zwischen-Wirt. Wenn der Mensch Zystizerken trägt, wird er selbst zum Zwischen-Wirt. Infektions-Wege: 1. Auto-infusionell internal: bei bestehender Taeniasis führt Erbrechen/umgekehrte Darm-Peristaltik dazu, dass Gravid-Glieder/Eier in den Magen zurückfließen (jedes Gravid-Glied enthält ~40.000 Eier). 2. Auto-infusionell external: bei bestehender Taeniasis kontaminieren die Hände des Patienten Eier, die oral in den Gastrointestinal-Trakt gelangen. 3. Fremd-Infektion: Patient hat keine Taeniasis, isst aber durch Eier verunreinigtes Wasser/Gemüse/Obst. Eier gelangen in den Zwölffingerdarm, Schlauch/Ei-Schale nach 24–72 h durch Magen-Saft/Galle aufgelöst, Onkosphären schlüpfen. Mit Haken und Sekret dringen Onkosphären in die Darm-Wand, in mesenteriale Venen/Lymphe – zum gesamten Körper. Am Ziel-Ort wächst der Wurm, Mittel-Zellen lösen sich als Hohlraum, mit Flüssigkeit gefüllt. Nach 60 Tagen erscheinen Saugnäpfe/Haken auf dem Scolex; nach ca. 10 Wochen ist die Zystizerke reif. Morphologie/Größe hängt vom Lokalisations-Ort ab, meist rundlich/oval, 0,5–2 cm, manchmal 3–5 cm. Pathogenese: Onkosphären gelangen mit Blut ins Gehirn und verteilen sich. Zystizerken im Hirn-Parenchym: bohnen-groß, meist an der Grau-Weiß-Grenze, mehr in der grauen Substanz. Bei lebendem Wurm: nur wenige Fibroblasten/Gliazellen, milde Entzündung. Nach Wurm-Tod: stärkere Entzündung mit Nerven-Zellen/PMN/Lympho-/Plasma-Zellen; dann Fibrose unterschiedlichen Grades. Bei Läsion nahe der motorischen Rinde: Grand-Mal/Abscence-visuelle Halluzination/fokal-anfälle; diffuses Parenchym: intrakranielle Druck-Erhöhung oder organische Psychose; schwer: weit-gehende Parenchym-Zerstörung mit kortikaler Atrophie und Demenz. Im Subarachnoidal-Raum/an der Hirn-Basis: Finnen oft in Trauben, meist ohne Scolex; wegen freiem Raum und niedrigem Widerstand größer, bis trauben-groß („trauben-förmige Finne") – leicht ruptur-fähig. Verursacht Arachnoiditis mit Membran-Verdickung/Verwachsung; schwer: Liquor-Resorptions-Störung mit kommunizierendem Hydrozephalus. Rückenmarks-Finnen verursachen Kompressions-Symptome mit Sensorik/Motorik-Störung. Histologische Stadien: lebende, degenerierende, tote Finne. Da Infektions-Zeit-Punkte unterschiedlich sind, können alle 3 Stadien bei einem Patienten vorkommen. 1. Lebende Finne: Kopf/Körper/Hülle intakt; Saugnäpfe/Rostrum mit Haken sichtbar; Hülle dünn, 3 Schichten: innen Entzündungs-Zellen, mittelfaserig mit Kollagen/Reticulin, außen Zotten. Nachbar-Gehirn: Glia-Proliferation, Gefäß-Intima-Proliferation, Entzündungs-Zellen. 2. Degenerierende Finne: innere Struktur sichtbar, aber Hülle verklebt mit Entzündungs-Schicht; Hülle-Gewebe aufgelockert, Faser-Risse, sub-epitheliale Vakuolen, Zell-Ödem; Fibroblasten in der Entzündungs-Schicht ↑, Faser-Schicht dicker. Elektronen-mikroskopisch: Zotten-Risse, Mitochondrien-Degeneration/Kondensation, Retikulin-Fasern dicker, intrazelluläre Glykogen-Körner aufgelöst. 3. Tote Finne: Kopf/Körper/Hülle-Struktur verschwommen, rosa; manchmal nur Kalzium-Körperchen. Entzündungs-Schicht mit Gefäß-Proliferation; EM: Zotten größtenteils weg, Mitochondrien zerfallen. Kann auch Entzündungs-Massen bilden; am Ende ist die Finne völlig verflüssigt und von vakuolärem Faser-Gewebe umgeben, Entzündungs-Zellen abnehmend; Lokalisation partiell/vollständig verkalkt. Obduktionen zeigen: Hirn-Parenchym mit vielen Finnen = heftige Entzündung, weit-gehendes Hirn-Ödem, Hirn-Volumen ↑, Furchen/Windungen flacher, Ventrikel-System oft verkleinert; bei Kindern Naht-Trennung. Wenn Finne in Cisterna cerebello-medullaris/Cerebello-pontin-Winkel: oft sekundär-proliferative Arachnoiditis mit Verwachsung/Verdickung; Kleinhirn-Tonsille kann gerötet/ödematös/blutig sein; Hirn-Gewebe kann erweichen, Nerven-Zellen degenerieren/nekrotisch.
Medikamentöse Therapie, supportive Maßnahmen
Betroffen in >20 Provinzen Chinas, besonders Nordosten/Gelber-Fluss-Becken; auch in einzelnen Südwest-Provinzen häufig. Hoher Handlungs-Bedarf. Bekämpfung: Infektions-Quelle beseitigen und Übertragungs-Weg unterbrechen. 1. Aufklärung: Menschen über Essens-Hygiene aufklären; keine halb-rohe Schweinefleisch-Gerichte; „Reis-Pork" nicht essen. 2. Fäzes-Hygiene: um Eier abzutöten. 3. Wichtig: Fleisch-Hygiene-Gesetz durchsetzen, Schweinefleisch-Kontrollen verstärken; keine zystizerken-haltige Ware verkaufen. Schweine-Haltung: Weide-Verbot, Darm-Taenien beim Schwein behandeln, befallene Schweine notschlachten/vergraben oder als Industriierohstoff verwenden.
Es wird eine Vorstellung in der Neurologie empfohlen; vorab kann über diese Plattform ein Termin vereinbart werden.
Hinweis: Die obigen Informationen dienen nur der gesundheitsbezogenen Aufklärung und ersetzen keine fachärztliche Diagnose. Bei entsprechenden Symptomen suchen Sie bitte umgehend eine reguläre Klinik auf.
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