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Die Leichtkettenerkrankung (light chain disease, LCD) und die Leichtketten-Ablagerungskrankheit (light chain deposition disease, LCDD) sind Plasmazell-Wucherungserkrankungen. Die LCD beruht darauf, dass abnorme Plasmazellen zu viele Leichtketten bilden, während die Schwerkettensynthese entsprechend abnimmt. Wenn übermäßige freie Leichtketten-Fragmente im Serum oder Urin massenhaft auftreten, spricht man von Leichtkettenerkrankung; lagern sich Immunglobulin-Leichtketten im Körpergewebe ab und rufen die entsprechende Klinik hervor, liegt eine Leichtketten-Ablagerungskrankheit vor.
Blutungsneigung; Schwäche; chronische Niereninsuffizienz; Knochenschädigung; Knochenschmerz; Nierenbefall; nephrotisches Syndrom; Nierenschaden; Nierenversagen
(1) Erkrankungsursache Die Ursache ist noch unklar; bei 80 % der LCDD-Patienten ist die krankmachende Leichtkette eine κ-Kette, während die Amyloidose vorwiegend λ-Ketten betrifft. Warum? Alert u. a. analysierten die Leichtketten von 6 LCDD-Patienten und fanden darin die in der Allgemeinbevölkerung seltene Variable Region VκIV. Nach gentechnischer Verknüpfung der menschlichen VκIV-Region mit Mäuse-Leichtketten ließ sich die Leichtkette im Gewebe nachweisen – was darauf hindeutet, dass VκIV an der LCDD-Entstehung beteiligt ist. Dagegen wird VλIV mit der Amyloidose in Zusammenhang gebracht. Dies könnte teilweise erklären, warum LCDD und Amyloidose verschiedene Leichtketten betreffen. Man fand zudem, dass bei LCDD-Patienten die Aminosäuren an Position 27 und/oder 31 der κ-Leichtketten-Variableregion (VκIV und VκI) durchgängig Leucin, Isoleucin oder Tyrosin sind; deren genaue Bedeutung ist noch unklar, vermutlich hängt es mit der Neigung der Leichtketten zur Bildung granulärer elektronendichter Ablagerungen zusammen. Ähnlich finden sich auf den antigänen Determinanten der Leichtketten bei Amyloidose oft spezielle saure Gruppen, die mit der faserförmigen Ablagerung zusammenhängen könnten. Bei 15 % bis 30 % der LCDD-Patienten ist die Leichtketten-Konzentration in Blut und Urin nicht erhöht, dennoch lagern Leichtketten im Gewebe ab. Weitere Untersuchungen ergaben, dass diese Leichtketten glykosyliert sind – man vermutet daher, dass die Glykosylierung die Ablagerung der Leichtketten im Gewebe fördert. (2) Pathogenese: Der Mechanismus ähnelt der primären Amyloidose, nur dass die abgelagerten Leichtketten-Fragmente vorwiegend κ-Ketten und überwiegend dem konstanten Leichtketten-Bereich entstammen und nicht die für die Amyloidose-Fasern nötigen biochemischen Eigenschaften haben. Der Mechanismus, mit dem die LCDD zur Glomerulosklerose führt, ist noch nicht vollständig geklärt. Studien zeigten, dass die Mesangiumzellen der LCDD-Patienten autokrin TGF-β bilden, das wiederum die Mesangiumzellen zu übermäßiger Matrixprotein-Bildung wie Kollagen IV, Laminin und Fibronektin anregt.
Medikamentöse Therapie, symptomatische Behandlung, supportive Maßnahmen
Da die Ursache dieser Erkrankung unklar ist und bei nachgewiesener Nierenschädigung mit deutlicher Niereninsuffizienz die Therapie oft unwirksam bleibt, zielt die Vorbeugung darauf ab, den Fortschritt zu verlangsamen und die Überlebenszeit zu verlängern. Hauptmaßnahmen sind eine aktive Infektionsbekämpfung sowie die Behandlung der Grunderkrankung und Symptome. Bei akutem Nierenversagen ist neben der Dialyse eine Plasma-Austausch-Therapie durchzuführen.
Es wird eine Vorstellung in der Hämatologie empfohlen; vorab kann über diese Plattform ein Termin vereinbart werden.
Hinweis: Die obigen Informationen dienen nur der gesundheitsbezogenen Aufklärung und ersetzen keine fachärztliche Diagnose. Bei entsprechenden Symptomen suchen Sie bitte umgehend eine reguläre Klinik auf.
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