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Der Antikörper-Immundefekt umfasst eine Gruppe von Erkrankungen mit Defekten in Antikörper-Bildung und -Funktion; in dieser Gruppe sind die Serum-Immunglobuline meist vermindert oder fehlen ganz.
perniziöse Anämie; Laktose-Unverträglichkeit; hämolytische Anämie; Durchfall; reduzierte Magensäure; Immundefekt; Thrombozytopenie; Furunkel; wiederholte Infektionen
(1) Erkrankungsursache: Der humorale Immundefekt umfasst den Bruton-Immunglobulin-Mangel, den variablen Immunglobulin-Mangel, den selektiven IgA-Mangel und den selektiven IgM-Mangel. 1. Bruton-Immunglobulin-Mangel, auch angeborene Agammaglobulinämie (congenital agammaglobulinemia) genannt – angeborenes Fehlen der Immunglobuline. 2. Häufiger variabler Immunglobulin-Mangel (common variable agammaglobulinemia), auch idiopathischer Spät-Immunglobulin-Mangel (idiopathic late onset immunoglobulin deficiency) – variabler Immunglobulin-Mangel. 3. Selektiver IgA-Mangel – eine Ursache des Zöliakie-Durchfalls; die meisten selektiven IgA-Mangel, auch bei Kindern, haben Autoantikörper, und Autoimmunerkrankungen sind bei diesen Menschen häufig. 4. Selektiver IgM-Mangel – ebenfalls eine Ursache vieler Infektionskrankheiten. (2) Pathogenese: Der primäre Immundefekt gehört zu den zellulären Immundefekten – meist eine Thymus-Hypoplasie, T-Zell-Funktionsschwäche oder ein T-Zell-Mangel, der zur B-Zell-Funktionsstörung führt. Beim Di-George-Syndrom ist die Ursache die Entwicklungsstörung der 3.–4. Schlundtaschen in der Embryonalphase, was eine Thymus-Hypoplasie, eine Nebenschilddrüsen-Unterfunktion und Gefäßfehlbildungen verursacht; in der klinischen Immunologie zeigt sich eine erniedrigte TH-Zell-Zahl und eine eingeschränkte Antikörper-Bildung. Das Nezelof-Syndrom und der Nukleosid-Phosphorylase-Defekt sind autosomal-rezessive Erkrankungen, die zu Thymus-Hypoplasie und zellulärem Immundefekt führen. Der direkte Ausdruck des humoralen Immundefekts ist eine verminderte Gesamt-Immunglobulin-Menge, ein unvollständiges Immunglobulin-Spektrum oder unvollständige IgG-Subklassen; auch kann die Gesamtmenge nicht deutlich sinken, doch eine einzelne Immunglobulin-Art ist stark vermindert. Der Bruton-Immunglobulin-Mangel ist ein geschlechtsgebundener, rezessiv vererbter Immunglobulin-Mangel; andere Formen lassen teilweise eine Familienanamnese erkennen – bei manchen ist die B-Zell-Funktion schwach, bei anderen eine T-Zell-Störung oder ein umgekehrtes TH/TS-Verhältnis.
Medikamentöse Therapie, symptomatische Behandlung, supportive Maßnahmen
1. Screening und Bestätigung des Immundefekts: (1) Anamnese: Fragen Sie, ob die Mutter während der Schwangerschaft eine Röteln- oder Zytomegalie-Virus-Infektion durchmachte oder teratogene Medikamente nahm. (2) Erkrankungsalter: wann die ersten Infektions-Symptome auftraten, wie oft – etwa Durchfall oder eitrige Hautpunkte –, wie sich die Entwicklung verzögerte, im Vergleich zur Zeit vor und nach 6 Lebensmonaten. (3) Familienanamnese: Liegen keine teratogenen Faktoren vor, geht der Immundefekt oft mit einer Familienanamnese einher – teils geschlechtsgebunden, was bei erkrankter mütterlicher Linie die Diagnose unterstützt, teils autosomal-rezessiv. (4) Körperliche Untersuchung: sie sowie Röntgen belegen frühere Infektionen, Bronchiektasien und ihre Folgen. Gemeinsam ist den immundefizienten Kindern die Entwicklungsstörung: die regelmäßig gemessene Größen- und Gewichtskurve nähert sich der Untergrenze des Normalbereichs; Lymphknoten sind nicht tastbar oder die Tonsillen kleiner als normal. Manche zellulären und antikörperdefekten Syndrome zeigen eine Lymphadenopathie; bei der ataktischen Teleangiektasie findet man erweiterte Kapillaren und Ataxie; bei kombiniertem Immundefekt kann ein kurzgliedriger Zwergwuchs bestehen; beim Chédiak-Higashi-Syndrom eine Okulo-Kutan-Albinismus. Die häufigsten Infektionen des selektiven Antikörper-Defekts sind Eiterungen und Atemwegs-Infektionen – meist durch Staphylokokken, Streptokokken und Influenzabazillen; zellulär Immundefiziente neigen zu Pilzinfektionen wie Candida, und Virus-Infektionen haben eine schlechte Prognose, etwa Masern oder Pneumonie. (5) Labor: ① Blutbild: bei Immundefekt kann die Gesamtleukozyten-Zahl sinken, das Neutrophile/Lymphozyten-Verhältnis abnormal sein. Die normalen Lymphozyten liegen bei 1,5–3,0×10⁹/L, bei Kindern etwas höher. Aus mononukleären Zellen trennt man T- und B-Zellen über E- und EAC-Rosettentest oder den fluoreszenzmarkierten OKT-Test (T3-positive Zellen). Mit fluoreszenzmarkierten Antikörpern misst man T4- und T8-Oberflächen-Antigen zur Bestimmung des TH/TS-Verhältnisses – normal 1,2–1,4 : 1. ② Immunglobulin- und Immuntest: Im Serum bestimmt man IgG und seine Subklassen, IgA und IgM; im Speichel misst man SIgA. Die normalen IgG-Subklassen γ1, γ2, γ3 und γ4 liegen insgesamt bei 600–1600 mg/100 ml, im Schnitt 1240 mg/100 ml; Serum-IgA bei 200–500 mg/100 ml (Schnitt 280), IgM bei 60–200 mg/100 ml (Schnitt 120). Der Immuntest prüft die Antikörper-Funktion: mit dem Serumen des Kindes misst man den Streptolysin-Titer (Anti-O-Test), denn die meisten Säuglinge kommen mit β-hämolysierenden Streptokokken in Kontakt; man kann auch Tetanus-Toxoid (oder Phagen X174) impfen und nach 3 Wochen das Antitoxin (bzw. Anti-X174-Antikörper) bestimmen, um die IgG-Wirkung zu prüfen – besonders wenn Serum-Immunglobulin-Menge und -Spektrum unauffällig sind. ③ Zelluläre Immuntests: neben T/B- und TH/TS-Verhältnis prüft man die T-Zell-Transformation, die Leukozyten-Chemotaxis, die Phagozytose- und Abtötungs-Funktion, die B-Zell-Transformation und verschiedene Zytotoxizitäts-Tests. Die in-vivo-Methoden spiegeln die Immunfunktion direkt wider: der Spättyp-Haut-Allergie-Test – nach BCG-Impfung der Tuberkulin- (OT-) Test, oder Trichophytin-, Candida-Hauttest; auch kann man mit Dinitrochlorbenzol (oder Dinitrofluorbenzol) den Unterarm sensibilisieren und nach 2–3 Wochen die Hautreaktion prüfen; der PHA-Intrakutan-Test prüft ebenfalls die zelluläre Immunfunktion. ④ Serum-Komplement: Zuerst misst man die Gesamt-Komplement-Aktivität – mit sensibilisierten Schaf-Erythrozyten und steigendem patienten-Serum erstellt man die Hämolyse-Kurve und berechnet die Gesamtaktivität nach Formel; zudem prüft man die Komplement-Faktoren C1–9, besonders C3 und C1q. 2. Primär-Prophylaxe des Immundefekts: (1) Vererbung des Immundefekts vorbeugen: erbliche Faktoren spielen eine große Rolle, besonders bei schweren Fällen. Daher soll bei Veranlagung – bei wiederholten Eiterungen, bei Durchfall ohne klaren Ansteckungsweg oder bei Dauer-Antibiotika-Anwendung – vor der Heirat eine immunologische Untersuchung erfolgen, mit Immunzellen, Serum-Immunfaktoren und zugehörigen Zytokinen sowie in-vitro- und in-vivo-Immunfunktionstests. Zugleich ist eine Erbberatung nötig, mit der beiderseitigen Anamnese, Familienanamnese und Missbildungen; bei Gaumen- oder Lippenspalte prüft man Thymus und Thymus-Funktion; bei Haut-Albinismus prüft man die Beziehung zum Wiskott-Aldrich-Syndrom. (2) Der teratogenen Immundefekte bei Säuglingen vorbeugen: Neben der Erhebung von Eltern-Anamnese und Missbildungen vermeidet man während der Schwangerschaft Röteln- und Zytomegalie-Infektionen, teratogene Medikamente sowie Strahlen wie γ- und Röntgenstrahlen. In der Schwangerschaftsvorsorge achtet man auf Missbildungen – diese können zum Schwangerschaftsabbruch führen. (3) Sekundären Immundefekt vorbeugen: Körperliches Training, geistige und körperliche Gesundheit, Schonung vor Überlastung und Mangelernährung, aktive Behandlung infektiöser Leiden, richtige Anwendung von Medikamenten, Immunsuppressiva oder Immunmodulatoren; bei Bedarf fehlende Immunfaktoren ersetzen, um eine normale Immunfunktion zu sichern. 3. Sekundär-Prophylaxe des Immundefekts: Bei Verdacht auf Immundefekt ist eine frühzeitige Diagnose und immunologische Untersuchung nötig; bei Säuglingen führt man Buch über Infektionen und körperliche Entwicklung, um schwere Infektionen nach 6 Monaten zu meiden. (1) Infektionsabwehr: antimikrobielle Therapie sowie hygienisch-isolierte Umgebung mit wenig Kontakt. (2) Gabe unspezifischer Immunfaktoren: Säuglingen kann man mütterliches Blut und Normalpersonen-Plasma geben; bei schwerem zellulärem Immundefekt darf man kein Vollblut geben, um eine Graft-versus-Host-Erkrankung (GVHD) zu vermeiden. (3) Spezifische Immunfaktoren ergänzen: Immunglobulin hilft beim humoralen Immundefekt gegen Infektionen; die Gabe erfolgt meist 50 mg/kgKG pro Woche, oder alle 2 Wochen in doppelter Dosis. (4) Knochenmarks- oder fötale Leberzell-Transplantation: bei schwerem kombiniertem Immundefekt half sie in der Infektions-Prophylaxe; der Schlüssel ist die exakte Histokompatibilität – sonst droht eine GVHD mit schlechter Prognose. (5) Fötale Thymus-Transplantation: Di-George-Patienten erhält man mit einem 4–6 Monate alten Fötal-Thymus in 1–3 Wochen die zelluläre Immunfunktion teilweise normalisiert oder gebessert – doch die GVHD-Gefahr bleibt. (6) Andere Verfahren: Thymosin half bei manchen zellulären Immundefekten in Berichten; es bessert im in-vitro-Versuch viele Lymphozyten-Parameter und hebt das Serum-Immunglobulin. Transferfaktor half bei Wiskott-Aldrich oder chronischer mukokutaner Candidose bei der Hälfte klinisch und im Labor. Interleukin-2 (IL-2) wirkt stark immunverstärkend; viele Immundefekte haben ein erniedrigtes IL-2 – exogenes IL-2 half bei SCID in Versuchen. Pahwa u. a. (1989) behandelten 31 im Alter von 6 Monaten diagnostizierte Mädchen mit SCID mit IL-2 – die T-Zell-Immunfunktion der Säuglinge besserte sich deutlich, die klinischen Symptome besserten sich. Beim schweren kombinierten Immundefekt gibt es in den USA bereits zwei erfolgreiche Gentherapien; gelänge es, die Gene der Nachkommen zu normalisieren, wäre dies die beste Prophylaxe. Zur Zeit gibt es keine weitere Therapie. Die obigen Angaben dienen nur der gesundheitlichen Auskunft; im Einzelnen beraten Sie bitte den Arzt.
Es wird eine Vorstellung in der Rheuma-Immunologie empfohlen; vorab kann über diese Plattform ein Termin vereinbart werden.
Hinweis: Die obigen Informationen dienen nur der gesundheitsbezogenen Aufklärung und ersetzen keine fachärztliche Diagnose. Bei entsprechenden Symptomen suchen Sie bitte umgehend eine reguläre Klinik auf.
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