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Barium-Vergiftungen betreffen vor allem lösliche Barium-Verbindungen wie Bariumchlorid, -nitrat, -acetat. Die Aufnahme erfolgt über Atemwege, Gastrointestinaltrakt oder geschädigte Haut. Die orale toxische Dosis von Bariumchlorid beträgt 0,2–0,5 g, die Letaldosis 0,8–1 g. Barium wirkt muskeltotoxisch und erregt Skelett-, Glatt- und Herzmuskulatur, bis es schließlich zur Lähmung kommt. Es verändert die Zellmembran-Permeabilität und verursacht schwere Hypokaliämie mit Muskellähmungen, Arrhythmien und Atemversagen. Meist ist versehentliche Einnahme ursächlich; Magensäure löst manche Barium-Verbindungen zusätzlich. Barium lagert sich in allen Organen ab, am meisten im Knochen (teilweise als unlösliches Sulfat). Initialsymptome: Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, abdominelle Schmerzen. Später Lähmungen, Zyanose der Gesichtshaut, kalte Extremitäten, Schweißausbruch, Muskelzuckungen, Krämpfe, Zungen- und Rachenlähmungen mit Sprachstörungen. Todesursache meist Arrhythmien und Atemlähmung.
periorale Parästhesien; Tremor; Atemversagen; Diarrhö; Dyspnoe; Koliken; abdomineller Schmerz; Obstipation; Übelkeit; Diplopie.
Bergbau, Verhüttung und Herstellung/Verwendung von Barium-Verbindungen sind Expositionsquellen. Berufliche Vergiftungen erfolgen inhalativ; nicht-berufliche meist oral. Flüssige lösliche Barium-Verbindungen können über verletzte Haut resorbiert werden (z. B. Verbrennungen durch heiße Lösungen). Barium-Vergiftungen am Arbeitsplatz sind meist Unfälle: Wartung von Bariumkarbonat-Trockenöfen unter Verletzung der Vorschriften, Kühlmittel-Spritzer, Sturz in Barium-Sulfid/-Chlorid-Behältern. Lebensmittel-Vergiftungen entstehen meist, wenn Barium-Salze irrtümlich als Backpulver, Natron, Mehl oder Alaun verwendet werden. Akute Vergiftungen erfolgen meist oral, seltener inhalativ über Barium-Salz-Staub.
Sofortige Magenspülung, medikamentöse Therapie (Kalziumsulfat/Glaubersalz, Kalium-Supplementierung), supportive Maßnahmen.
1. Geschlossene Produktionsanlagen, Arbeitsplatz-Reinigungsordnungen, Entstaubung. 2. Strikte Betriebsvorschriften, persönliche Schutzausrüstung, Evakuierung bei Symptomen. 3. Regelmäßige Wartung, Not-Duschen am Arbeitsplatz; bei Reparatur Schutzkleidung tragen. 4. Kein Rauchen, Essen oder Trinken in der Werkstatt; nach der Arbeit Zahnpflege und Kleidungswechsel. 5. Einstellungsuntersuchungen; Neurologische, Muskel- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen als berufliche Kontraindikation; Schwangere/Stillende freistellen. 6. Lösliche Bariumsalze sicher lagern, deutlich als gift kennzeichnen, getrennt von Lebensmitteln aufbewahren, um Verwechslungen auszuschließen.
Bitte begeben Sie sich in die Notaufnahme; vor dem Besuch können Sie auf dieser Plattform einen Termin vereinbaren und Kontakt mit dem Facharzt aufnehmen.
Hinweis: Die obigen Informationen dienen nur der Gesundheitsaufklärung und können eine professionelle medizinische Diagnose nicht ersetzen. Bei entsprechenden Symptomen suchen Sie bitte umgehend eine reguläre Klinik auf.
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